Der Beagle (Hund)

Der Beagle ist eine von der FCI anerkannte britische Hunderasse.

Klassifikation FCI: Gruppe 6: Laufhunde,Schweißhunde und verwandte Rassen    Sektion 1.3: Kleine Laufhunde
Patronat: Großbritannien    Rassename: Beagle    Widerristhöhe: 33 bis 40 cm    Gewicht: 10 bis 18 kg




Der Beagle-Konflikt


Der Beagle-Konflikt war eine politische Auseinandersetzung über Gebietsansprüche mit Androhung militärischer Gewalt bezüglich des Beagle-Kanals zwischen Argentinien und Chile, die im Jahr 1978 ihre gefährlichste Phase erreichte.

Die Krise wurde durch Vermittlung von Papst Johannes Paul II. im selben Jahr entschärft. Eine Einigung erreichten die beiden Länder allerdings erst am 2. Mai 1985. Seit dem werden die drei Inseln Lennox, Picton und Nueva von Argentinien als chilenisch anerkannt.

Von der Kolonialzeit bis zum Vertrag von 1881

Während der Kolonialzeit und gleich nach der Unabhängigkeit von Argentinien und Chile von der spanischen Krone blieb die südlichste Region Amerikas von neuen Siedlern unbewohnt. Nur die indianischen Ureinwohner konnten in diesem unwirtlichen Land leben.

Der König von Spanien unternahm 1584 den Versuch, diese Region mit Siedlern zu besetzen, um so eine Einnahme durch die anderen europäischen Mächte zu verhindern. Dieser Versuch endete kläglich. Nur einer der Bewohner konnte vor Verhungern gerettet werden. Fortan wurde diese gescheiterte Gründung es:Puerto del Hambre genannt.

Während der Kolonialzeit wurden die administrativen Grenzen jeder der Verwaltungszentren der spanischen Krone in Amerika festgelegt, aber auf Grund der fehlenden geographischen Kenntnisse über die weit entfernten und unbewohnten Regionen konnten diese nur in allgemeine Form angegeben werden. Außerdem bestand für den Besitzer aller Territorien, dem König von Spanien, keine Notwendigkeit, diese genau und systematisch zu begrenzen. In der Tat wurde der Beagle-Kanal erst 1829 vom Robert FitzRoy entdeckt und nach dem Schiffsnamen HMS Beagle benannt.

Als Chile und Argentinien unabhängige Staaten wurden, gingen beide Seiten vom Prinzip des Uti possidetis aus: Jeder sollte das behalten, was das (entsprechende) frühere spanische Verwaltungszentrum besaß. Nachdem sich zunächst in Chile allmählich eine stabile Regierungsform etablieren konnte, kümmerte sich diese um seine Südgrenze und gründete im Jahr 1843 die Siedlung „Fuerte Bulnes“ am Nordufer der Magellanstraße. Vier Jahre später protestierte die argentinische Regierung gegen diesen Akt.

Zu dieser Zeit befand sich Argentinien in einem desolaten Zustand auf Grund der internen Kämpfe um die Macht zwischen 'Unitariern' und 'Föderalisten'.

Als sich mit der Zeit die Probleme der Grenzbestimmung häuften, wurde 1855 zwischen beiden Staaten ein Grenzvertrag unterschrieben, in dem die Grundlagen zur Lösung der Probleme festgelegt wurden, aber nicht die Probleme selbst. Diese Lösung wurde zuerst auf unbestimmte Zeit verschoben. Die wichtigsten Punkte des Vertrags waren:

    * Die Grenzen sollen nach dem Uti-possidetis-Prinzip bestimmt werden.
    * Wenn keine Übereinkunft gefunden wird, soll ein Vermittler beauftragt werden.
    * Probleme sollen friedlich gelöst werden.

Als Argentinien 1876 begann, nach Vertreibung der Ureinwohner ihre südlichen Regionen zu besiedeln, wuchsen nochmals die Spannungen mit Chile. Beide Länder konnten aber nach langen Bemühungen am 23. Juli 1881 einen Grenzvertrag unterschreiben. Dieser ist bis heute gültig und legt die Grenze zwischen beiden Länder:

    * (Art.I) Vom Norden bis zum 52 Breitengrad verläuft die Grenze "über die höchsten Berggipfel, ..., die die Gewässer teilen"
    * (Art. II) Bestimmt die Grenze der nördlichen Region der Magellanstraße als eine Ost-West Linie, etwa vom Punta Dungeness bis zu dem Punkt, an dem Art. I ankommt.
    * (Art.III) betrifft Feuerland und die Inseln um Feuerland: ausgehend vom Kap Espiritu Santo auf 52 Grad/40 Minuten südlicher Breite verläuft die Grenzlinie auf 68 Grad/34 Minuten westlicher Länge nach Süden "bis zum Berühren des Beagle-Kanals" (hasta tocar el Canal beagle). Über die umliegenden Inseln sagt der Vertrag, dass die Staten Island und das umliegende Archipels Argentinien gehören sollen, dazu noch "... and the other islands there may be on the Atlantic to the east of Tierra del Fuego and of the eastern coast of Patagonia". Zu Chile sollen gehören "... all the islands to the south of the Beagle Channel up to Cape Horn, and those there may be west of Tierra del Fuego".


Die Geltung des Vertrages von 1881

Gleich nach dem Vertrag vom 1881 verstand man sowohl in Argentinien als auch in Chile, dass die drei Inseln zu Chile gehören.

Diese Auffassung ist durch argentinische, chilenische und andere Kartografie belegt. Carlos Escudé und Andrés Cisneros in ihrem Werk Historia general de las relaciones exteriores de la República Argentina meinen zu diesem Thema:

    De acuerdo con una serie de fuentes, la actitud de la clase política argentina parece haber coincidido, entre 1881 y 1902, con la interpretación del tratado de 1881 que tienen los chilenos y que luego adoptarían la Corte Arbitral y el Papa en la cuestión del Beagle. En otras palabras, que la intención de los signatarios del tratado de 1881 fue la de otorgar las islas a Chile.

(Übersetzung: Mehrere Quellen sind damit einverstanden, dass zwischen 1881 und 1902 die argentinische politische (herrschende) Klasse den Grenzvertrag von 1881 scheinbar auf dieselbe Weise interpretierte wie die Chilenen und später auch das (gemeinsam aufgerufene) Tribunal und der Papst in der Frage des Beagle-Kanals. Anders gesagt, dass die Absicht der Vertragsunterzeichner war, die Insel an Chile zu geben.)

Auch die Autoren Karl Hernekamp (S. 13), Annegret I. Haffa (S. 96) und Andrea Wagner (S. 106) teilen dieselbe Meinung auf den unten angegebenen Quellen.

Auch der argentinische Hauptvertreter in der chilenisch-argentinische Kommission zur Grenzziehung nach dem Vertrag vom 1881, Francisco P. Moreno, ein Fachmann in der Materie, sah die argentinische Position als unbegründet. In einem Memorandum an den britischen Botschafter in Buenos Aires im 1918 sah er eine Niederlage für seine Regierung voraus, sollte diese die Inseln weiter beanspruchen:

    No atino a explicarme por qué el Gobierno argentino pretende hoy soberanía sobre las islas Picton, Nueva, Lennox, etc., fundándose en los tratados vigentes, es decir, en el de 1881 y en el protocolo de 1893, cuando el primero de ellos lo invalida para tal pretensión y el segundo nada tiene que ver con la demarcación en el canal de Beagle. Insisto: la mención en el Tratado de 1881, con excepción de la isla de los Estados, le hará perder un pleito tan malamente planteado. . . También repetiré que la excepción que hace el Tratado de 1881 con la isla de los Estados, que reconoce como argentina, no permite poner en duda la propiedad chilena de las tierras situadas tanto al sur de la isla de la Tierra del Fuego como al sur del canal de Beagle

(Übersetzung: Ich kann mir nicht erklären, warum die argentinische Regierung heute die Souveränität über die Inseln Picton, Nueva, Lennox, usw., auf der Grundlage der geltenden Verträge, das heißt, vom Vertrag vom 1881 und vom Zusatzprotokoll vom 1893, beansprucht, obwohl der Erste sie zu dieser Bestrebung unfähig macht und der Zweite nichts mit der Grenzziehung am Beagle-Kanal zu tun hat. Ich wiederhole: Die Erwähnung im Vertrag vom 1881, mit Ausnahme der Staateninsel, wird [die argentinische Regierung] den so schlecht angefangenen Streit verlieren lassen ... Ich muss auch wiederholen, dass die Ausnahme, die der Vertrag vom 1881 mit der Staateninsel macht, als er sie Argentinien zuspricht, erlaubt nicht, an der chilenischen Zugehörigkeit der Ländereien südlich sowohl von der Insel Feuerland als auch vom Beagle-Kanal, zu zweifeln.)

Die chilenische Kartographie zeigte konstant und kontinuierlich die drei Inseln als chilenisches Territorium.

Im Laufe der Zeit begann man, sich mehr für die Insel zu interessieren, und 1904 bat Argentinien Chile zum ersten Mal darum, einen Kompromiss in dieser Frage zu finden.

Es wurde mehrfach versucht, auf direkte, bilateralen diplomatischen Weg eine Lösung für diese Frage zu finden, aber obwohl sich gelegentlich schwere Zwischenfälle (z. B. um die Snipe Insel) ereigneten, konnten die Parteien zu keinen Übereinkunft gelangen.


Schiedsverfahren 1971-1978: Laudo Arbitral

(Das Schiedsurteil/Laudo/Award vom 1977, in englischer Sprache kann hier angesehen werden.)

Nach Jahrzehnten diplomatischer Bemühungen einigten sich Chile und Argentinien 1971 auf die britische Krone als Schiedsgericht. (Im Laufe der konfliktträchtigen Grenzziehung hatte man mehrere Verträge zu Grenzfragen unterschrieben. Dadurch waren Verpflichtungen zu Verfahrensfragen, Fristen und Instanzen entstanden. Darunter hatte man die britische Krone als Instanz im Falle eines Streits festgelegt). Da zu dieser Zeit die Auseinandersetzungen um die Falklandinseln schon zu Problemen zwischen Argentinien und Großbritannien geführt hatten, wurde besonders darauf geachtet, Maßnahmen zu treffen, die jede Voreingenommenheit im Urteil von vorne herein auszuschließen.

    * Es wurde genau festgelegt welche die Aufgaben des Gerichts sind.
    * Es wurde detailliert festgelegt welches Recht angewandt werden sollte.
    * Die Namen der Richter wurden im voraus durch beide Parteien festgelegt.
    * Die Britische Krone konnte das Urteil annehmen oder verwerfen, nicht ändern.
    * Falls eine der Parteien offensichtliche Fehler im Urteil sehen sollte, hatte sie ein Recht auf Revision. Ein Ablehnen des Urteils war nicht möglich.

Das heißt, die Königin Elisabeth II konnte das Urteil nur verkünden oder verwerfen. Eine größere Rolle konnte sie nicht haben.

Aber nicht nur der Schiedverfahren war genau abgewogen, um jede Parteinahme des Gerichts auszuschließen. Auch die Arbeit des Schiedstribunals wurde während eines informellen Treffens des Tribunals mit den beiden Parteien abgesprochen. Als Tagungsort des Tribunals, der vom Tribunal allein gewählt werden konnte, wurde Genf, nach vorheriger Konsultationen mit beider Parteien, gewählt.

Das Verfahren hatte vier Etappen:

   1. die memoria (ab den 1. Januar 1973) um Landkarten und andere Dokumenten einzureichen.
   2. die contramemoria (ab den 2. Juni 1974) für die Antworten zu der ersten Etappe.
   3. die réplica (ab den 1. Juni 1975) für spätere Observationen.
   4. die alegatos (vom 7. November 1976 bis 23. Oktober 1976) für die mündlichen Verhandlungen vor den fünf Richtern.

Das Volumen der eingereichten Dokumente betrug seitens Chiles 14 Ordner und seitens Argentiniens 12 Ordner. Chile überreichte 213 Landkarten und Argentinien 195 Landkarten. Im März 1976 besuchte das Schiedstribunal die Beagle-Region, zuerst als Gast der chilenischen Regierung und danach als Gast der argentinischen Regierung.

Das Urteil des Schiedsgerichts wurde am 18. Februar 1977 einstimmig gefällt und es wurde von der englischen Königin am 2. Mai 1977 verkündet.

Das Urteil, bekannt als Laudo Arbitral, bestimmte auf folgenderweise die Grenze am Kanal-Beagle:

    * Die Grenze verläuft etwa durch die Mitte des Beagle-Kanals.
    * Der Verlauf des Kanals ist gerade von West nach Osten und nicht gebogen.
    * Die Inseln Picton, Nueva, Lennox und die umliegenden kleinere Inseln gehören zu Chile.
    * Die Grenze auf dem Atlantik ist etwa eine gerade Linie ab dem östlichen Ende des Beagle-Kanals in südöstliche Richtung, und sollte auf jedem Punkt gleich weit entfernt sein vom nächsten Küstenpunkt auf der jeweiligen Land.

Das bestätigte Chiles Souveränität auf allen Insel südlich vom Feuerland und auf die nach internationalen Recht basierende Seehoheit. Diese reichte bis tief in den Atlantik und lief damit den Wünschen Argentiniens zuwider, vor allem der nationalistischen Kreise, als regionale Macht erkannt zu werden.


Die Eskalation des Konfliktes

Chile erkannte das Urteil gleich am Tag der Verkündung an und ließ dieses Urteil in chilenisches Gesetz (siehe Basislinien) umsetzen.

Am 25. Januar 1978 erklärte Argentinien das Urteil für nichtig. Argentinien gab mehrere Gründe um die Ablehnung zu rechtfertigen, aber um eine Revision des Urteils bat sie nicht. Dadurch beging Argentinien ein Bruch des Völkerrechts.

Ab diesem Moment übte Argentinien militärischer Druck auf Chile aus, um eine Änderung des Status quo zu erzwingen:

    * Im Oktober 1978 ratifizierten die Staatspräsidenten von Argentinien und Bolivien ihre Solidarität durch ein Kommunique, in dem das bolivianische Streben nach einem Zugang zum Meer, den Bolivien nach dem Salpeterkrieg verloren hatte, mit dem argentinischen Streben in der Frage bezüglich der Falklandinseln und den Beagle-Konflikt vereint wird.

    * Die argentinische Streitkräfte erarbeiteten einen Angriffsplan, genannt Operativo Soberanía, um in Chile einzumarschieren und das Land an mehrere Stellen zu trennen. Dazu wurden Reservisten mobilisiert, Truppen verlegt und entsprechende Übungen durchgeführt.

    * Die argentinische Kriegsmarine erarbeitete genaue Richtlinien für die Zeit nach der gewaltsamen Übernahme der Inseln.

    * Die argentinische Gendarmerie (Grenzpolizei) machte die Grenze zu Chile mehrere Mal zu, nach allgemeinem Empfinden ist das die Vorstufe zum Krieg.

    * Die argentinische Berichterstattung brachte einen immer kriegerischer Ton heraus, die in den Worten des Generals es:Luciano Benjamín Menéndez gipfelte: :

    In sechs Stunden sind wir in Santiago, wir trinken Champagner in La Moneda und dann gehen wir pinkeln nach Valparaíso.

    * Es werden mehr als 4000 Chilenen aus Argentinien zum großem Teil widerrechtlich abgeschoben.

    * Der argentinische Präsident Jorge Rafael Videla droht Chile offen mit Krieg, falls es seine Position nicht ändert:

    ... die direkten Verhandlungen sind der einzige friedliche Ausweg ... .

Durch diesen Rechtsbruch waren beide Parteien zuerst am Rande des durch langen Jahren von Verhandlungen ausgearbeiteten Lösungsweges und in beiden Länder musste man mit der Möglichkeit eines Krieges rechnen.


Die Operation Soberanía

Um eine Änderung zu zwingen begann Argentinien militärisch Druck auf Chile auszuüben und startete die Operation Soberanía.

Die Tatsache, dass Argentinien eine Wende in seine Pläne machte, wird in Chile als Bestätigung eine glaubhafte Verteidigungsstrategie angesehen.


Die Vermittlung des Papstes

Beide Länder wurden zu dieser Zeit von Militärdiktaturen regiert.

Nach dem Putsch in Chile gelang es Augusto Pinochet, nacheinander alle möglichen Gegner im Militär auszuschalten und als alleiniger Herrscher aufzutreten.

In Argentinien gab es dagegen verschiedene Strömungen innerhalb der Streitkräfte, die einen Prozess der Nationalen Reorganisation zu führen angaben. Das machte das Verhandeln mit der argentinischen Regierung schwer bis unmöglich.

In der "Akte von Montevideo", unterzeichnet am 8. Januar 1979, vereinbarten die Außenminister Chiles und Argentiniens, den Streit friedlich beizulegen, aber die Aufgabe des Vermittlers ist nicht detailliert angegeben.

Diese Unterlassung spiegelte auch die Situation wider, denn für Chile war der Laudo Arbitral anerkanntes Rechtsgut, dagegen hatte Argentinien es als nichtig erklärt.

Der Papst ernannte Antonio Samoré als sein persönlicher Gesandter in dieser Sache und im März 1979 übernahm er offiziell die Vermittlung.

Während der Vermittlung konnte die Regierung in Buenos Aires die Meinungen innerhalb der Streitkräfte nicht in eine Politik zusammen bringen. Später, in Zusammenhang mit seinen Vermittlungsversuchen vor dem Ausbruch des Falklandkrieges, sagte der US-Außenminister Alexander Haig über die argentinische Regierung:

    "Es ist nicht klar, wer da das Sagen hat, erklärt A. Haig dem britischen Kollege Francis Pym, etwa 50 Personen, bis inklusiv Regimentskommandanten, haben ein Vetorecht."


Der Vorschlag des Papsts von 1980

Am 12. Dezember 1980 verkündete der Papst den Außenministern von Chile und Argentinien seinen Vorschlag zur Lösung des Konflikts. Der Inhalt des Vorschlags sollte nach Wunsch des Vermittlers vertraulich bis zur beiderseitiger Zustimmung bleiben, aber es wurde am 22. August 1981 in der argentinischen "La Nacion" publiziert. Bis zum 8. Januar 1981 sollten die Parteien Stellung dazu genommen haben.

Am 25. Dezember 1980 erklärte Chile sein Einverständnis mit dem päpstlichen Vorschlag.

Argentinien ließ die päpstliche Frist zur Antwort verstreichen, und am 25. März 1981 in einer Erklärung gab es keine Antwort zu der Frage, sondern bat um Erklärungen und Präzisierungen.

Keiner der de facto-Präsidenten der argentinische Militärjunta gab je eine Antwort zum päpstlichen Vorschlag, geschweige denn eine Lösung zu der von ihnen durch die Ablehnung des Laudo Arbitral vom Zaum gebrochenen Konflikt um den Beagle-Kanal.

Anfang 1981 ließ man auf beiden Seiten der Grenze vermeintliche Spionageringe auffliegen und verhaften. Die Truppen wurden wieder an die Grenze gezogen und Argentinien ließ alle Grenzübergänge mit Chile schließen, was ein Stopp fast aller Einfuhren Chiles aus Brasilien gleich kam.

Am 19. Februar 1982, sechs Wochen vor dem Beginn des Falklandkrieges, ging der Schlepper der argentinischer Kriegsmarine "ARA Gurruchaga" ohne Genehmigung auf der chilenische Insel Deceit vor Anker und hielt sich dort trotz chilenischen Protestes drei Tage auf. Die Spannung hielt an.


Der Falklandkrieg

In Argentinien verschärfte sich die innenpolitische Lage dermaßen, dass die Regierung von Galtieri nur noch um das Überleben kämpfte. Am 30. März 1982 fand in Buenos Aires die bis Dato größte Demonstration gegen die Militärregierung, gegen die Lohnpolitik und für die Menschenrechte statt.

Am 2. April 1982 besetzte Argentinien die Falklandinseln und löste damit den Falklandkrieg mit Großbritannien aus.

Da die Außenpolitik der argentinischen Militärregierung unberechenbar geworden war, ist man in Chile davon ausgegangen, dass im Falle eines argentinischen Sieges in den Falklandinseln, diplomatisch oder militärisch, die Inseln am Beagle-Kanal die nächsten wären. So konnte man aus der Aussprache Galtieris auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires entnehmen, als er die jubelnde Masse nach der Invasion begrüßte:

    ... das ist der Beginn der Wiedereroberung unsere Inseln im Süden..

Das Schiff "Piloto Pardo" der chilenische Marine beteiligte sich an der Rettung der Schiffsbrüchigen des Kreuzers ARA General Belgrano.

Chile hatte schon vor dem Falklandkrieg die Rechte Argentiniens auf die Falklandinseln unterstützt. Er tat es weiterhin, aber enthielt sich, zusammen mit den USA, Kolumbien und Trinidad und Tobago, bei der Abstimmung über die Anwendung des TIAR (die militärische Unterstützung für ein amerikanisches Land im Falle einer Aggression vorsah) an diesen Fall. Die formale Begründung war, dass Argentinien der Resolution 502 der Vereinten Nationen nicht nachgekommen war. Die wahre Begründung mag wohl gewesen sein, dass Argentinien Chile eigentlich schon lange als Feind betrachtete.

Großbritannien bekam aus Chile während des Krieges Informationen über die argentinischen militärischen Aktivitäten im Süden des Landes. Diese Informationen waren wichtig, aber nicht ausschlaggebend für den Sieg der Briten.

Am 14. Juni 1982 kapitulierten die argentinischen Truppen auf den Falklandinseln.


Der Rückkehr zur Demokratie und die Volksbefragung in Argentinien

In Oktober 1983 übernahm in Argentinien der demokratisch gewählte Präsident Raul Alfonsin die Macht. Sein ehrgeizigstes Ziel in der Außenpolitik war, den Beagle-Konflikt zu beenden. Um den Vorwurf des Ausverkaufs der nationalen Interessen zu entkräften, ließ er eine Volksbefragung zu der bis dahin ausgehandelten Lösung für den Beagle-Konflikt durchführen. Eine Volksbefragung war in der argentinischen Verfassung nicht vorgesehen, aber er umging diesen rechtlichen Aspekt, indem er dem Ergebnis nur konsultativen Wert beimaß.

Die Ergebnisse der Volksbefragung am 25. November 1984 waren:

Ja zum Papstvorschlag     81,13%
Nein zum Papstvorschlag     17,24%
Nullstimmen     1,1%


Die Konsequenzen des Konflikts

Die Einhaltung der internationalen Verträge basiert auf dem beiderseitigen Vorteil, langfristig solide Beziehungen zwischen den Ländern zu haben. Aber durch eine instabile politische Lage neigen schwache Regierungen dazu, kurzfristig eine breitere politische Unterstützung zu gewinnen, indem sie ein Problem aufblähen, das die Regierten zwingt, sich an der Seite der Regierenden zu stellen. Um diese Tendenz auszugleichen, muss die andere Partei versuchen, die Folgen eines Vertragsbruch schwerwiegender zu machen. Die internationale Isolation Chiles, das Waffenembargo gegen Chile und das Vertrauen in ihre eigene militärische Stärke führten die argentinische Militärdiktatur dazu, das Urteil des gemeinsam aufgerufenen Tribunals als Null und Nichtig zu erklären, ohne die Folgen zu fürchten.

Die öffentliche Meinung Argentiniens, teilweise geknebelt, hat sich mit diesem Vorgehen der Regierung des Prozesses der Nationalen Reorganisation nicht kritisch auseinandergesetzt und kam auf diese Weise zu dem Ereignisse vom 2. April 1982, ohne über dessen Zusammenhänge nachgedacht zu haben.

Die Einhaltung der internationalen Verträge den nationalen geopolitische Interessen unterzuordnen, die Androhung vom Gewalt und der Gebrauch von Gewalt, um Inseln im Streit militärisch zu besetzen, die zumindest de facto unter Souveränität anderer Länder stehen (Operación Soberanía, Falklandkrieg), d.h., die Vorherrschaft nationaler Interessen über den Frieden zwischen den Völkern war bis zum Auslaufen der britischen Flotte vom Portsmouth am 5. April 1982 die Methode der argentinischen Militärdiktatur zur Lösung von Grenzstreitigkeiten.

Ab diesen Moment suchte die Regierung in Buenos Aires in Ländern, Institutionen und internationale Verträge die Unterstützung, die sie vorher nicht zu brauchen dachte.

In Chile blieb der Vertragsbruch, die Planung und in Gang setzen eines Angriffskrieges seitens der argentinische Regierung im Gedächtnis geprägt. In Argentinien würde das nur der Präambel des Falklandkrieges werden.

Die Folgen diesen Vertragsbruchs waren:

    * Die übertriebene Ausgaben für den Waffenkauf, die mit Sicherheit ein Grund waren für die wirtschaftliche Probleme, in die beide Länder verwickelt waren.
    * Ihre Außenpolitik führte Argentinien in den Falklandkrieg.
    * Die Intervention Chiles in einem fremden Krieg.
    * Die Festigung zweier Militärdiktaturen.
    * Generationen von Nachbarn, die in Abneigung und Furcht zu einander aufgewachsen sind.

Nach dem Falklandkrieg ordnete Argentinien seine Außenpolitik neu und verzichtete auf die Gewalt als Mittel zur Lösung zwischenstaatlicher Kontroversen. Auf dieser Grundlage konnten beide Länder ihre Probleme friedlich beilegen.

    * Argentinien bekam den größten Teil der nach dem Völkerrecht dem Inseln zugewiesene Meeresgebiete (die im Laudo Arbitral Chile zugesprochen worden waren).
    * Beide Länder tauschten Seefahrtsrechte aus.
    * Argentinien erkannte den Laudo Arbitral vom 1977 und damit die chilenische Hoheit über die, damals, umstrittene Inseln.

Als 'fassbare' Erbe des Konflikt bleiben bis heute von der chilenische Marine angelegte Minenfelder auf einige der damals umstrittene Inseln. Als Unterzeichner der Ottawa-Konvention hat sich Chile verpflichtet, diese Felder zu räumen.

Der damalige Andenpass Paso Puyehue wurde umbenannt als Paso Internacional Cardenal Antonio Samoré zur Erinnerung an die Person, die soviel zur Lösung des Konflikts beigetragen hat. Es ist der zweitwichtigste Andenpass zwischen beide Länder.